Passo di Tremalzo am Gardasee

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Stand Sommer 2009

Satelitenbild mit Track von Tiarno di Sopra über den Tremalzopass nach Limone Sul Garda

Wenn man am Gardasee Urlaub macht, ist der Passo di Tremalzo für einen begeisterten Syncrofahrer, der die Schönheit der Natur leibt, ein schöner Nachmittagsausflug. Im Großen Alpenstraßenführer 23. Ausgabe von Denzel wird diese Kammstraße als eine der schönsten in den Alpen beschrieben und jeder, der diese Strecke bei entsprechend schönem Wetter gefahren ist, kann das nur bestätigen. Im Denzel wird diese Strecke mit Schwierigkeitsgrad 4-5 von insgesamt 5 Schwierigkeitsgraden als durchaus anspruchsvolle Strecke für geübte Alpenfahrer beschrieben, aber als geübter Syncrofahrer braucht man sich da eigentlich keine großen Sorgen machen. Die Strecke ist zwar teilweise etwas ruppig, aber mit etwas Luft ablassen fährt es sich gleich wesentlich angenehmer. Landschaftlich ist die Strecke vom Pass hinunter zum Gardasee wunder schön, man wünscht sich, dass sich die Kammstraße immer so weiter am Berg entlang schlängelt und nie ins Tal führt, doch auch die Talfahrt ist in den unteren Bereichen nicht zu verachten, wenn der Bewuchs immer dichter wird und man langsam in den Wald eintaucht. Kurzum, für all diejenigen denen es am Strand in der Sonn zu langweilig ist, ist dieser Ausflug eine willkommene aufregende Abwechslung vom normalen Badeurlaub.

Inhaltsverzeichnis

Anfahrt und Anstieg auf den Tremalzopass

Im Denzel wird die Befahrung des Tremalzopasses mit der Tour 333 ab Seite 351 von West nach Ost beschrieben. Der Pass kann aber genau so gut auch in entgegengesetzter Richtung befahren werden. Um an den westlichen Einstieg der Tour zu gelangen fährt man vom Gardasee aus hinauf zum Lago di Ledro, an diesem vorbei und immer weiter der Straße folgend, bis man das Dorf Tiarno di Sopra hinter sich gelassen hat und links ein kleiner See neben der Straße auftaucht. Nach dem See folgt man der Beschilderung nach Tremalzo, indem man links abbiegt und die geteerte Passstraße durch den Wald hinauf fährt. Interessant wird es langsam wenn der Wald aufhört und man durch die Almwiesen fährt, denn nun hat man schon einen recht schönen Ausblick auf das Tal aus dem man gerade hoch gefahren ist. Auf dem Weg durch die Almwiesen kommt man durch das recht versprengte Dorf Tremalzo und fährt weiter bis zu einem Bergrestaurant, an dem es einen kleinen Parkplatz gibt, wo man den ersten Zwischenstopp machen kann um die schöne Aussicht zu genießen.


Schotterstrecke über den Tremalzupass

Ab dem Restaurant fängt für den Syncrofahrer das Kleine Abenteuer erst an, denn nun wechselt die geteerte Straße in eine einspurige grobe Schotterstraße, die sich noch die letzten Höhenmeter bis zum Pass hochwindet. Am Pass fährt man durch einen Tunnel, der mit einem Hochdachbus zu schaffen sein müsste. Auf der weiteren Strecke kommen nochmal ein paar Tunnel, die mit einer Fahrzeughöhe von schätzungsweise 3 Meter noch befahrbar sein sollten.

Nach dem Tunnel am Pass geht es wieder bergab. Man sollte die Ausbuchtung direkt nach dem Tunnel nutzen, um ein paar schöne Bilder zu machen und die Landschaft zu genießen. Ab hier empfiehlt es sich aus Komfortgründen die Luft in den Reifen auf etwa 1,5 bis 1,8 Bar abzulassen, denn der nun folgende Abstieg ist sehr holprig, da immer wieder kleinere Felskanten und Rinnen überfahren werden müssen und der Schotter teilweise recht grob ist.

Die Schotterstraße schlängelt sich in engen Serpentienen den steilen Hang hinunter bis man nach kurzer Zeit wieder einen Tunnel passieren darf. Nach dem zweiten Tunnel führt die Straße am Hang entlang und man kann immer wieder bis zum Gardasee sehen. Ab und zu wird der Weg mal etwas eng, weil die Sträucher hineinhängen, oder der Fels oben etwas überhängt, für geübte Fahrer ist das jedoch nicht weiter dramatisch. Der Beifahrer dagegen kann durchaus seinen Spaß haben, wenn Er/Sie aus dem Fenster sieht und merkt, dass es 20 cm neben dem Reifen mehr oder weniger senkrecht in die Tiefe geht, da bekommt man schon ein leichtes Kribbeln im Bauch und hofft, dass der Fahrer seinen Syncro im Griff hat.


Abfahrt ins Tal zum Gardasee

Um so weiter man nach unten kommt um so dichter und höher wird der Bewuchs, bis man langsam wider in einem richtigen Wald ist, in dem sich der Weg in Serpentienen nach unten schlängelt. Wenn man schon tief im Wald ist kommt man im spitzen winkel auf einen weg der aus dem Tal kommt und leicht links weiter den Berg hinauf führt, wir wollen ins Tal Richtung Gardasee und biegen daher scharf rechts ab. Diese Straße ist nach einigen 100 Metern geteert und führt entlang an einem Bach bis nach Vesio. Von Vesio führt dann wieder eine gut ausgebaute zwei spurige Straße nach Limone Sul Garda hinunter. Von hier aus kann man entweder am See entlang fahren oder mit der Fähre ans andere Ufer übersetzen was jedoch stolze 17 € kostet.


Fazit

Die Strecke ist wirklich sehr schön und macht sowohl für den Fahrer als auch für den Beifahrer viel Spaß. Der Fahrer kommt aufgrund der etwas anspruchsvollen Strecke auf seine Kosten und er Beifahrer kann den sagenhaften Ausblick und den gewissen Nervenkitzel genießen. Leider ist die interessante Kammstrecke etwas zu kurz, denn hinsichtlich der Länge gibt es in den Alpen weit aus bessere Strecken. Für einen schönen Nachmittag ist sie jedoch perfekt.

Aus Sicht des Fahrers wäre die Strecke in entgegengesetzter Richtung vielleicht noch etwas interessanter, denn man steht nicht dauernd auf der Bremse und kann die fahrt durch streicheln des Gaspedals nochmal etwas gemütlicher angehen.